Yoga

Yoga ist ein aus Indien stammender Übungsweg zur integrativen Schulung von Körper, Seele und Geist – und ausdrücklich keine Religion. Das Wort bedeutet „das Joch“ und will ausdrücken, „daß jemand freiwillig eine Disziplin auf sich nimmt, um seine Persönlichkeit und seine Erkenntnisfähigkeit zu schulen“. Es gibt nicht „das eine“ Yoga, sondern viele Wege mit eigenen Schwerpunkten. Am Kyborg Institut ist Yoga der Ausgangspunkt von allem: Der Name Kyborg steht für Kundalini Yoga based Organisation.

Was bedeutet das Wort Yoga?

Das Sanskritwort yoga gehört zur Wurzel yuj, „anschirren, verbinden“ – verwandt mit dem deutschen „Joch“. Gemeint ist ein doppeltes Bild: das Verbinden von Körper, Atem und Geist, und das Joch einer freiwilligen Selbstdisziplin, das man bewusst auf sich nimmt. Tobias Alke deutet es in seiner Arbeit über Resilienz frei als Verantwortung übernehmen: „sich unter das Joch zu begeben“.

Die klassische Definition stammt aus dem Yoga-Sutra des Patanjali, einem Grundtext, dessen Entstehung meist auf die Zeit zwischen etwa 200 vor und 400 nach unserer Zeitrechnung gelegt wird: Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen der Bewegungen des Geistes (Sutra 1.2). D. Harald Alke drückt es in seinen Lebenserinnerungen so aus: „Yoga wird nicht gemacht, es geschieht.“

Ist Yoga eine Religion?

Nein. „Der wahre Yoga ist eine Methode, eine Technik zur Ertüchtigung und zur Erkenntnis, keine Religion.“ Er kann zu Besinnung und innerer Einkehr führen – „zur Religio, zur Rückbesinnung“ –, aber er verlangt kein Bekenntnis. Wer übt, behält seinen eigenen Glauben.

Eine Szene aus den Lebenserinnerungen zeigt, wie selbstverständlich das gemeint ist. Der Nachbar, ein alter Bauer, „hörte mich manchmal Mantras singen, sah mich manchmal in weißen Kleidern Yoga machen, aber wir haben nie darüber geredet, was das alles sollte. Er fragte nicht, und ich wollte keinen bekehren. Wir brachten gemeinsam die Ernten ein, man sah sich, half sich.“

Welche Yogawege gibt es?

Die indische Überlieferung kennt mehrere Wege, die verschiedene Seiten des Menschen ansprechen. Wir stellen sie gleichwertig nebeneinander – keiner ist „der wahre“, jeder passt zu anderen Menschen:

Wie übt man Yoga?

Nicht als Leistungssport, sondern mit Geduld. Aus Energytraining: „Versuchen Sie dabei nichts zu erzwingen. Es würde nur das Gegenteil zur Folge haben.“ Und nüchtern: „Schnell zur Erleuchtung kommen klappt auf keinem der bekannten Wege. Irgendwie muß man auf jedem Weg Ausdauer und Leistung zeigen, jeweils in der angemessenen Weise.“

Wichtig ist auch die Wahl des Lehrers: „Doch auch beim Yoga muß man darauf achten, was der jeweilige Lehrer vermitteln kann und will.“ Ein guter Lehrer begleitet, er bindet nicht.

Und wer meint, Yoga heiße, die Welt fernzuhalten, dem erzählt D. Harald Alke eine alte Geschichte: Ein Yogi meditiert in seiner Höhle, eine Maus raschelt im Laub, er fährt sie an – er wolle sich doch im Samadhi mit dem höchsten göttlichen Bewusstsein vereinigen. Da antwortet das Mäuschen: „Wie willst Du denn mit dem höchsten göttlichen Bewußtsein fertig werden, wenn Du schon mit mir kleiner Maus Probleme hast?“ In dieselbe Richtung geht ein anderer Satz: Nach der Yoga-Lehre hindere uns das Gemüt an vollkommener Reinheit und Erkenntnis – „Das mag schon sein. Aber dafür sind wir ja auf die Erde gekommen!“

Wie hängt Yoga mit Atem und Energie zusammen?

Im Zentrum vieler Yogawege steht der Atem als Träger der Lebensenergie Prana. Über bewusste Atemführung – das Pranayama – wird der Energiefluss geschult: Der Atem verlangsamt sich, die Aufmerksamkeit sammelt sich, Körper und Geist kommen zur Ruhe. Nach der yogischen Lehre steigt die Energie dabei durch die Chakras auf – eine Erfahrungslehre, die zur Überlieferung des Yoga gehört.

Wie verbinden sich Yoga und Zen?

Enger, als man denkt. Die indische Meditation, dhyana, wanderte nach China und wurde dort zu Ch’an, in Japan zu Zen. D. Harald Alke hat beides verbunden: Kundalini Yoga und die Zen-Meditation, die er bei Roshi Tetsuo Nagaya lernte. Daraus entstand das Energytraining – „aus der Synthese indischer Yogatechniken, japanischer Meditationspraxis und westlichem Wissen“, eine eigene Methode, die am Institut unterrichtet wird.

Verwandte Wege aus anderen Kulturen stehen daneben, nicht darunter: Tai Chi Chuan und Qigong sind eigenständige chinesische Methoden – im eigenen Werk als „chinesische Methode für Entspannung und Konzentration“ beschrieben, „(keine Religion!)“. In Seminaren des Instituts wurden Übungen aus dem Kundalini Yoga mit Übungen aus Tai Chi und Qigong verglichen – als zwei Wege mit ähnlicher Absicht, nicht als einer, der den anderen enthält.

Wie kam D. Harald Alke zum Yoga?

Über eine Geschichte. Als er vierzehn war, erzählte sein Religionslehrer – ein früherer evangelischer Missionar, den sein Orden nach Indien geschickt hatte – der Klasse von seiner Begegnung mit einem Yogi in einem indischen Dorf – „Und zum ersten Mal hatte ich das Wort Yoga vernommen. Ein Wort, eine Methode, die später mein ganzes Leben verändern sollte.“ Im Januar 1976 begann er mit Kundalini Yoga; die ganze Geschichte erzählt der Eintrag Kundalini.

Jahrzehnte später saß er eines Tages im Schneidersitz, und seine kleine Tochter krabbelte heran und setzte sich genauso vor ihn hin, die Hände flach aneinander: „Da saßen wir nun, der alte Yogi und die kleine Yogini […]. Perfekte Harmonie zwischen Vater und Tochter.“

Yoga und Ernährung

Wer regelmäßig übt, achtet oft auch bewusster auf seine Ernährung. Dogmen hält D. Harald Alke dabei auf Abstand – auch die eigenen. Über seine vegetarischen Jahre schreibt er: Er lebte so, „weil die Yogis erzählten, daß das richtig und wichtig sei für den Weg zur Erleuchtung. Allerdings hatte nicht einer von denen, soweit ich sie kennengelernt hatte, die davon sprachen, je die Erleuchtung erreicht.“ Konkrete Alltagstipps finden sich im Beitrag Yoga-Tips gegen Süßigkeiten und Frust.

Siehe auch

Literatur

Die folgende Auswahl stammt aus dem Themenbereich „Yoga und Therapie“ des Gesundheitslexikons der Esoterik von D. Harald Alke. Die vollständige Quellenliste ist im Frontmatter unter quellen hinterlegt; eine kompakte Übersicht:

Häufige Fragen

Was ist Yoga?

Yoga ist ein aus Indien stammender Übungsweg zur ganzheitlichen Schulung von Körper, Seele und Geist. Das Wort bedeutet „Joch“ und drückt aus, dass man freiwillig eine Disziplin auf sich nimmt, um Persönlichkeit und Erkenntnisfähigkeit zu schulen. Yoga ist keine Religion.

Ist Yoga eine Religion?

Nein. „Der wahre Yoga ist eine Methode, eine Technik zur Ertüchtigung und zur Erkenntnis, keine Religion.“ Menschen jeder Weltanschauung können ihn üben; wer übt, behält seinen eigenen Glauben.

Welche Yogawege gibt es?

Die Überlieferung kennt mehrere gleichwertige Wege mit eigenen Schwerpunkten: Hatha-Yoga (Körper und Atem), Raja-Yoga (Geist und Meditation, beschrieben im Yoga-Sutra des Patanjali), Bhakti-Yoga (Hingabe), Jnana-Yoga (Erkenntnis), Karma-Yoga (Handeln ohne Anhaften), dazu Mantra- und Kundalini-Yoga.

Was ist Kundalini Yoga?

Eine Yoga-Richtung, die mit Atem, Bewegung, Mantra und Meditation gezielt die im Becken ruhende Lebensenergie (Kundalini) anspricht. Sie ist der Ursprung des Kyborg Instituts – der Name steht für Kundalini Yoga based Organisation. Im Vordergrund steht das bewusste, behutsame Üben, nicht das Erzwingen von Erfahrungen.

Wie hängt Yoga mit Energie und Atem zusammen?

Yoga arbeitet mit dem Atem als Träger der Lebensenergie (Prana). Über bewusste Atemführung, Körperhaltungen und Meditation wird der Energiefluss geschult; Atem, Energie und Aufmerksamkeit bilden eine Einheit.

Muss man für Yoga besonders beweglich oder sportlich sein?

Nein. Yoga ist kein Leistungssport. „Versuchen Sie dabei nichts zu erzwingen. Es würde nur das Gegenteil zur Folge haben.“ Entscheidend sind Regelmäßigkeit, Geduld und ein Lehrer, der zu Ihnen passt.

Änderungsverlauf · zuletzt aktualisiert am
  • — Hinweise gestrafft, Text klarer gefasst.
  • — Eintrag aus dem eigenen Werk vertieft: Bedeutung des Wortes, Yoga und Religion, die klassischen Yogawege nebeneinander, wie man übt, Yoga im Alltag, Yoga und Zen, Energytraining als eigene Synthese, Ernährung; Tai Chi als eigenständige chinesische Methode eingeordnet; Link zum Energytraining korrigiert.
  • — Literaturliste yoga-und-therapie als Quellen übernommen; GEO-überarbeitet.

Quellen

  • D. Harald Alke: Gesundheitslexikon. Ausführliche Darstellung gesundheitlich relevanter Themen und therapeutischer Methoden; gebündelte, sich überschneidende Erfahrungen aus rund 30 Jahren Lebensberatung mit Klientinnen und Klienten. Kyborg Institut.
  • D. Harald Alke: Die Ethik des Neuen Menschen. Ethik, Moral, Glaube und Verantwortung. Kyborg Institut und Verlag, 1993 (4. Auflage 2016). ISBN 978-3-924722-04-3.
  • D. Harald Alke: Energytraining Band 1 und 2. Kyborg Institut & Verlag.
  • D. Harald Alke: Energie für Millionen. Kyborg Institut & Verlag.
  • D. Harald Alke: Mahatma – Die große Seele der Natur (Lebenserinnerungen). Kyborg Institut & Verlag.
  • Alke, Tobias O. R.: Resilienz und Kompetenzentwicklung. Kyborg Institut & Verlag – zu Yoga als Übernahme von Verantwortung.
  • Patañjali: Yoga-Sūtra (verschiedene Übersetzungen), Sūtra 1.2.
  • Avalon, Arthur: Die Girlande der Buchstaben. O. W. Barth 1955
  • Avalon, Arthur: Die Schlangekraft (Kundalini Yoga). Barth 1975
  • Avalon, Arthur: Shakti und Shakta. O. W. Barth 1959
  • Bhajan, Yogi: The Teaching of Yogi Bhajan. Arcline Publications 1986
  • Boeckel, Johannes: Meditationspraxis. Zweitausendeins 3/94
  • Devananda, Vishnu: Meditation und Mantras. Hugendubel 1986
  • Eswaran, Eknath: Mantram - Hilfe durch die Kraft des Wortes. Bauer 1986
  • Gäng, Peter: Das Tantra der Verborgenen Vereinigung. Diederichs 1988
  • Iyengar, B. K. S.: Licht auf Yoga. O. W. Barth 1978
  • Johari, Harish: Atem, Geist und Bewusstsein. Sphinx 1992
  • Johari, Harish: Chakras. Sphinx 1992
  • Kaur Khalsa, Tarn Taran: Essen für Leib und Seele. Papyrus 1987
  • Kaur Khalsa, Tarn Taran: Yoga für werdende Eltern - Vorbereitung auf die Geburt. Papyrus 1985
  • Khetsün / Hopkins: Die Praxis des Tantra. Diederichs 1988
  • Klein, Agnes und Reinhold: Sokrates und Yoga. Verlag Sokrates 1981
  • Krassa, Peter / Habeck, Reinhard: Die Palmblatt-Bibliothek. Herbig 1999
  • Kyber, Manfred: Der Königsgaukler. Drei Eichen 1972
  • Lexikon der östlichen Weisheitslehren. Barth 1986
  • Mookerjee, Ajit / Khanna, Madhu: Die Welt des Tantra. Scherz 1987
  • Pandit, M. P.: Kundalini Yoga. Drei-Eichen 1966
  • Prabhupada, Swami Bhaktivedanta: alle Werke (Krshna-People). 1983 ff
  • Rozmann, Deborah: Mit Kindern meditieren. Fischer 1988
  • Sannella, Lee: Kundalini-Erfahrung und die neuen Wissenschaften. Synthesis 1989
  • Schandler, Nina u. Michael: Mit Yoga zur sanften Geburt. Fischer 5/86
  • Schweitzer, Albert: Die Weltanschauung der indischen Denker. dtv 4/82
  • Singh, Satya: Das Kundalini-Yoga-Handbuch. Heyne 1990
  • Suzuki, D. T.: Der westliche und der östliche Weg, Zen. Ullstein Materialien 5/1988
  • Swami Maheshwarananda, Paramhansa: Yoga mit Kindern. Hugendubel 1990
  • Swami, Jnanavatar: Die Heilige Wissenschaft. Otto Wilhelm Barth 1984
  • Watts, Alan / Anagarika Govinda, Lama: Die Kunst der Kontemplation. Aurum 1987
  • Weiss, Hartmut: Quellen des Yoga. O. W. Barth 1986
  • White, John: Kundalini-Energie. Goldmann Esoterik 11/90
  • Yoga Sutra. Papyrus 1987
  • Yogananda, Paramahansa: Der Wein des Mystikers. Self Realization Fellowship 1996
  • Yogananda, Paramahansa: Religion als Wissenschaft. O. W. Barth 1986
  • Yogavasistha. Ansata 1990

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Von D. Harald Alke, Tobias O. R. Alke

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