Karma
Karma – vom Sanskritwort karman, „Handlung“, „Tat“ – bezeichnet das Gesetz von Ursache und Wirkung im menschlichen Leben: Was wir tun, denken und auch unterlassen, hat Folgen, für andere und für uns selbst. Am Kyborg Institut verstehen wir Karma als Einladung zur Selbstverantwortung – nicht als Schicksal, das uns zustößt, und nicht als Strafe. Das ist unsere weltanschauliche Überzeugung; eine naturwissenschaftliche Aussage ist es nicht.
Was bedeutet Karma?
In der Ethik des Neuen Menschen hat D. Harald Alke es so umschrieben: Karma sei „mein durch mein eigenes Handeln selbst verursachtes Schicksal und die daraus entstehende weitere Entwicklung meines Lebens mit allen Konsequenzen“. In Europa, fügt er hinzu, habe man das lange Zeit Schicksal genannt, in Asien heiße es Karma.
Zu den Handlungen zählt dabei mehr als die sichtbare Tat: Gedanken und Gefühle, die von mir ausgehen, gehören ebenso dazu wie Unterlassungen – das, was ich bewusst nicht tue.
Ist Karma dasselbe wie Schicksal?
Nein – und der Unterschied steckt schon im Wort. Im deutschen „Schick-sal“ liegt die Bedeutung, dass uns etwas geschickt wird. „Beim Karma liegt die Betonung auf Handlung, auf Aktivität.“
Im Westen, so D. Harald Alke, werde Karma „entweder verleugnet oder als Schicksal angesehen, im Sinne von ‚da kann man nichts machen‘! Beides ist verfehlt.“ Wer Karma als Folge des eigenen Handelns versteht, sieht auch die Kehrseite: Was durch Handeln entsteht, lässt sich durch Handeln ändern. Karma ist kein Fatalismus.
Eine schöne Entsprechung aus der germanischen Überlieferung ist der Teppich der Nornen, in den das Schicksal gewebt wird – „und doch wird dieser Teppich von uns selbst erzeugt, von unseren Gedanken, Gefühlen und Lebensimpulsen“.
Wie wirkt Karma? Drei Gleichnisse
In Energytraining erklärt D. Harald Alke Karma mit drei Bildern:
- Das Boot: Ein Mann steht in einem Boot und wirft Ziegelsteine nach hinten weg – dabei stößt er sich ab, und das Boot fährt vorwärts. Jede Handlung erzeugt eine Gegenbewegung.
- Die Insel: Wer auf einer Insel alle Früchte sofort aufisst, hungert bald; wer sät, lebt lange gut davon. Daraus der Satz: „Hilf Anderen bei ihren Aufgaben und dadurch Dir selbst!“
- Der Steinwurf: Einer wirft Steine, um voranzukommen – die anderen fühlen sich getroffen und werfen zurück. „Dabei will der erste doch nur vorwärts kommen!“ So eskalieren Konflikte, bis jemand anfängt, bewusster zu reagieren.
Der Kern daraus: agieren statt reagieren. „Wir dürfen uns nicht die Konflikte diktieren lassen, sondern wir sollten selbst entscheiden, wann und wie wir reagieren.“ Der Volksmund kennt das längst: „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus“ – und „Wer Disteln sät, kann keine Sonnenblumen ernten.“
Ist Karma eine Strafe?
Nein. „Das Universum kennt nicht … so etwas wie Strafe. Da ist kein Gott, der hingeht und jemanden bestraft.“ Und weiter: „Das Universum straft nicht, es vergißt nicht, es schafft einfach einen Ausgleich, wann und wie auch immer.“ Die Tarot-Karte der Gerechtigkeit mit Augenbinde und Waage fasst das ins Bild: Die kosmische Gerechtigkeit ist passiv – gewogen wird, was wir selbst erzeugt haben.
Deshalb sollten wir den Begriff „nicht zu negativ sehen“, und die Auseinandersetzung mit alten Mustern ist ausdrücklich „keine Aufforderung zur Selbstzerfleischung“.
Für uns folgt daraus eine klare Grenze: Karma ist ein Maßstab für das eigene Handeln – nie ein Urteil über das Leid anderer. Wer einem kranken, verunglückten oder benachteiligten Menschen sein Schicksal als „sein Karma“ vorhält, missbraucht den Gedanken.
Eine Redewendung aus der Familie des Instituts bringt die Haltung auf den Punkt – die Großmutter von D. Harald Alke pflegte zu sagen: „Gott zahlt die besten Zinsen. Im Guten wie im Schlechten, also gib gut Acht wie du handelst!“
Gibt es auch gutes Karma?
Ja. „Karma muß ja nicht negativ sein. Karma, die Folge meiner Handlungen, kann ja auch positiv sein.“ Wer Verantwortung für sein Tun übernimmt und bewusst entscheidet, begibt sich nach unserer Sicht „auf die Haben-Seite“ seiner Lebensbilanz.
Tobias Alke beschreibt Karma in seiner Arbeit über den Altruismus als „Waage“, die die guten und schlechten Handlungen eines Menschen über das Leben hinweg gegeneinander aufwiegt – ein Gedanke, der zeigt, warum Hilfsbereitschaft sich nicht in der einzelnen Tat erschöpft.
Wie hängen Karma und Wiedergeburt zusammen?
Nach unserer Überzeugung reicht Karma über ein einzelnes Leben hinaus: Was unerledigt bleibt, wirkt in einer nächsten Inkarnation weiter, bis es „keine Bedeutung mehr hat“. So betrachtet ist Karma „ein Erinnerungsprogramm, aus dem wir lernen sollen“. Mehr dazu im Eintrag Reinkarnation und unter Tod.
Was hat Karma mit Magie und Ethik zu tun?
Sehr viel. „Ethik ist das angewandte Gesetz von Ursache und Wirkung im Menschen.“ Das gilt besonders dort, wo Menschen auf andere einwirken wollen. Im Kapitel „Magie und Karma“ heißt es: „Na klar, könnten wir einen Liebeszauber machen oder ein Erfolgsritual. Aber wozu? Wollen wir uns nicht erst einmal über die Folgen unterhalten?“ Denn die Kräfte, die man freisetzt, erzeugen „ein Echo“ – „dieses Echo kann man als Karma bezeichnen“. Wer mit magischen Praktiken gegen andere vorgeht, bekommt es „als Bumerang“ zurück.
Daraus die einfache Regel des Instituts: „Tue Gutes, verletze niemand, auch nicht Dich selbst!“ – und: Wir haben kein Recht, andere Menschen ungefragt zu beeinflussen.
Wie kommt man aus dem Kreislauf heraus?
- Verzeihen. „Der schnellste Weg, das Rad des Karma zu verlassen ist ‚verzeihen‘.“ Erst wer auf Revanche und Rache verzichtet, freiwillig zurücktritt und selbst Ruhe gibt, steigt aus dem Spiel des ewigen Ausgleichs aus. Oder kürzer: „Doch Rache zahlt sich nicht aus.“
- Absichtslos handeln. Handlungen, die man um ihrer selbst willen oder im Dienst am Nächsten vollbringt, binden nach dieser Lehre nicht – ein Gedanke, den auch die Bhagavadgita im Karma-Yoga kennt.
- Das Vergangene annehmen. Man kann alte Erfahrungen „analysieren, aber nicht ungeschehen machen, höchstens die Auswirkungen auf Dich verändern“.
- Loslassen, auch vom Ziel. „Erst wer nicht mehr nach Befreiung verlangt, ist frei.“
Wie sehen andere Traditionen das Karma?
Im Hinduismus und Buddhismus ist Karma ein Grundbegriff; die Bhagavadgita widmet ihm mit dem Karma-Yoga – dem Weg des rechten, selbstlosen Handelns – einen eigenen Gesang, verbunden mit dem Dharma, dem Notwendigen, das man tun soll. Ein bekannter Vers daraus (Gita 3,35) rät, dem eigenen Gesetz zu folgen statt dem eines anderen. Die christliche Tradition kennt einen verwandten Gedanken im Bild von Saat und Ernte; die germanische den Teppich der Nornen. Wir stellen diese Zugänge gleichwertig nebeneinander – sie beschreiben dieselbe Erfahrung mit verschiedenen Worten.
Hinweis: Dieser Eintrag gibt eine persönliche, weltanschauliche Sichtweise wieder. Gesundheitliche Beschwerden oder Schicksalsschläge sind nie als „Karma“ eines Menschen zu deuten.
Häufige Fragen
Was bedeutet Karma?
Das Sanskritwort karman heißt „Handlung“ oder „Tat“. Gemeint ist das Gesetz von Ursache und Wirkung im menschlichen Leben: Was ich tue, denke und auch unterlasse, hat Folgen – für andere und für mich selbst. Am Kyborg Institut umschreiben wir Karma sinngemäß als das durch eigenes Handeln selbst verursachte Schicksal und die daraus entstehende weitere Entwicklung. Das ist unsere weltanschauliche Überzeugung, keine naturwissenschaftliche Aussage.
Ist Karma dasselbe wie Schicksal?
Nein. Im Wort „Schicksal“ steckt, dass uns etwas geschickt wird. Beim Karma liegt die Betonung auf der eigenen Handlung. Darum ist Karma kein Fatalismus: Was durch Handeln entsteht, lässt sich durch Handeln auch ändern.
Ist Karma eine Strafe?
Nein. Wir verstehen Karma nicht als strafenden Gott, sondern als Ausgleich. D. Harald Alke schreibt: „Das Universum straft nicht, es vergißt nicht, es schafft einfach einen Ausgleich.“ Karma ist ein Maßstab für das eigene Handeln – kein Urteil über das Leid anderer Menschen.
Gibt es auch gutes Karma?
Ja. Karma ist die Folge meiner Handlungen – also auch der guten. Wer Verantwortung übernimmt und bewusst handelt, begibt sich nach unserer Sicht „auf die Haben-Seite der Lebensbilanz“.
Zählen auch Gedanken und Unterlassungen?
Ja. In unserem Verständnis sind Gedanken und Gefühle, die von mir ausgehen, ebenso Handlungen wie das, was ich bewusst nicht tue.
Wie kommt man aus dem Kreislauf des Karma heraus?
Der schnellste Weg ist nach unserer Überzeugung das Verzeihen: Wer auf Revanche und Rache verzichtet, steigt aus dem Spiel des ewigen Ausgleichs aus. Dazu kommt das absichtslose Handeln – was um seiner selbst willen oder im Dienst am Nächsten geschieht, bindet nicht.
Änderungsverlauf · zuletzt aktualisiert am
- — Hinweise gekürzt.
- — Verweis auf den Lexikon-Eintrag Altruismus ergänzt.
- — Eintrag aus dem eigenen Werk vertieft: eigene Definition, Karma im Unterschied zu Schicksal und Strafe, drei Gleichnisse, gutes Karma, Gedanken und Unterlassungen, Magie und Ethik, Verzeihen als Ausweg, Karma in verschiedenen Traditionen.
- — Neuer kanonischer Kernbegriff-Eintrag angelegt.
Quellen
- D. Harald Alke: Energytraining Band 1. Kyborg Institut & Verlag – Kapitel „Die Sache mit dem Karma“.
- D. Harald Alke: Die Ethik des Neuen Menschen. Ethik, Moral, Glaube und Verantwortung. Kyborg Institut und Verlag, 1993 (4. Auflage 2016). ISBN 978-3-924722-04-3.
- D. Harald Alke: Numerologie, Kabbalah, Tarot. Kyborg Institut & Verlag.
- D. Harald Alke: Mahatma – Die große Seele der Natur (Lebenserinnerungen). Kyborg Institut & Verlag – Kapitel „Magie und Karma“.
- D. Harald Alke: Gesundheitslexikon. Kyborg Institut.
- D. Harald Alke: Mental Basics – Konzept für den Weg zum Erfolg. Kyborg Institut & Verlag.
- Alke, Tobias O. R.: Ausgewählte Perspektiven des Altruismus. Kyborg Institut & Verlag – zu Karma als „Waage“ und zur raum-zeitlichen Ausdehnung von Handlungen.
- Bhagavadgita, 3. Gesang (Karma-Yoga), Vers 35.
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