Sexualität und Fortpflanzung
Sexualität und Fortpflanzung sind die geschlechtliche Lebensäußerung des Menschen und die Weitergabe des Lebens. Am Kyborg Institut betrachten wir Sexualität als natürliche, schöpferische Lebenskraft – ausdrücklich aus einer persönlichen, spirituellen Sicht. Diese Sicht ist weltanschaulich und keine medizinische Aussage; wo wir Forschung wiedergeben, kennzeichnen wir das.
Eine schöpferische Lebenskraft
In vielen spirituellen Traditionen gilt Sexualität als Ausdruck einer ursprünglichen, schöpferischen Kraft. Wir ordnen sie dem 2. Chakra zu – dem Zentrum von Kreativität und Lebensfreude. Eine bejahte, lustvolle Sexualität kann das ganze Leben beflügeln: Sie schenkt Nähe, Freude und Motivation. Das ist unsere persönliche Sicht – keine Aussage über Gesundheit oder Krankheit.
Ohne Scham – mit Verantwortung
Am Kyborg Institut sehen wir Sexualität nicht als etwas Schmutziges oder Schuldhaftes. Jahrhundertelang wurde sie mit Scham belegt – diese Last halten wir für unnötig. Ein freier, unverkrampfter Umgang schließt aber Verantwortung ein:
- Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (z. B. Kondome) – siehe Geschlechtskrankheiten.
- Einvernehmen: Sexualität lebt von gegenseitigem Ja und Respekt.
- Bewusste Wahl statt Druck – jede und jeder im eigenen Tempo.
Was weiß die Forschung über Sexualität und Gesundheit?
Über Sexualität und Gesundheit kursieren viele Behauptungen – gesicherte Befunde sind seltener. Wir geben hier nur wieder, was in Studien untersucht ist, und sagen dazu, wie belastbar es ist:
- Prostatakrebs: In einer großen US-Langzeitstudie mit rund 32 000 Männern ging eine höhere Ejakulationshäufigkeit mit etwas selteneren Prostatakrebs-Diagnosen einher. Das ist ein beobachteter Zusammenhang, kein Nachweis von Ursache und Wirkung, und die Studienlage ist nicht einheitlich. Einzelheiten und Einordnung: Prostatabeschwerden – was sagt die Forschung?
- Regelschmerzen: Die oft gehörte Annahme, ein Orgasmus lindere Regelschmerzen, ist bislang nicht in klinischen Studien geprüft; es gibt nur Befragungen (Stand 2026).
- Sperma und Haut: Die Annahme, Sperma verjünge die Haut, wenn eine Frau es zu sich nimmt, geht auf Forschung zum Stoff Spermidin zurück. Er wurde 1678 erstmals im Sperma nachgewiesen, kommt aber in allen Körperzellen und in Lebensmitteln wie Weizenkeimen, gereiftem Käse und Pilzen vor. Was dafür angeführt wird: Eine Grazer Studie (Eisenberg u. a., Nature Cell Biology 2009) zeigte, dass zugesetztes Spermidin die Selbstreinigung der Zellen (Autophagie) anregt; Hefe, Fliegen und Würmer lebten länger, menschliche Immunzellen überlebten im Labor länger, alternde Mäuse hatten weniger oxidative Zellschäden. In einer Langzeitbeobachtung in Südtirol ging spermidinreiche Ernährung mit geringerer Sterblichkeit einher (Kiechl u. a. 2018). Was dagegen angeführt wird: Sperma selbst und die Haut wurden in keiner dieser Studien untersucht. In einer einjährigen Studie mit Kontrollgruppe veränderte Spermidin das Gedächtnis älterer Menschen nicht (Schwarz u. a. 2022), und geschluckt erhöhte es den Spiegel im Blut nicht (Senekowitsch u. a. 2023). Ein Ejakulat enthält nur einen kleinen Bruchteil der Menge, die man täglich mit der Nahrung aufnimmt. Cochrane Österreich sieht Belege für eine Wirkung beim Menschen bislang nicht (2024). Bei Kontakt mit Sperma gilt der übliche Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Wissen ist keine Empfehlung: Sexualität braucht keine gesundheitliche Begründung, und keine dieser Beobachtungen ersetzt ärztlichen Rat oder Vorsorge.
Was heißt das praktisch?
- Sexualität als etwas Natürliches und Schönes verstehen – ohne Scham.
- Auf Schutz und Einverständnis achten.
- Bei gesundheitlichen Fragen (Verhütung, Kinderwunsch, Beschwerden) ärztlichen Rat einholen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt eine persönliche, weltanschauliche Sichtweise wieder und ist keine medizinische Beratung. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an Ärztin, Arzt oder Apotheke; setze verordnete Medikamente nicht eigenmächtig ab.
Häufige Fragen
Wie sieht das Kyborg Institut Sexualität?
Als natürliche, schöpferische Lebenskraft (2. Chakra) und als etwas Schönes, das frei von Scham und Schuld gelebt werden darf. Das ist eine spirituell-weltanschauliche Sicht, keine medizinische Aussage.
Was ist mit Schutz und Verantwortung?
Ein freier Umgang mit Sexualität schließt Verantwortung ein: Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (z. B. Kondome) und gegenseitiges Einverständnis gehören dazu. Mehr unter Geschlechtskrankheiten.
Was weiß die Forschung über Sexualität und Gesundheit?
Weniger, als oft behauptet wird. Eine große US-Langzeitstudie fand, dass eine höhere Ejakulationshäufigkeit mit etwas selteneren Prostatakrebs-Diagnosen einherging – ein Zusammenhang, kein Nachweis von Ursache und Wirkung. Ob ein Orgasmus Regelschmerzen lindert, ist bislang nicht in klinischen Studien geprüft. Beides ist keine Empfehlung und ersetzt keinen ärztlichen Rat.
Verjüngt Sperma die Haut?
Untersucht ist das bislang nicht. Die Annahme stützt sich auf Laborforschung zum Stoff Spermidin, der zuerst im Sperma entdeckt wurde: Bei Hefe, Fliegen, Würmern und Mäusen regte er die Selbstreinigung der Zellen an und verlängerte teils die Lebensspanne. Studien am Menschen zu Spermidin zeigten bisher keinen solchen Effekt, zur Haut gibt es keine; ein Ejakulat enthält zudem nur wenig Spermidin im Vergleich zur täglichen Nahrung.
Änderungsverlauf · zuletzt aktualisiert am
- — Forschungsabschnitt um die Frage ergänzt, ob Sperma die Haut verjüngt (Studienlage zu Spermidin).
- — Abschnitt „Was weiß die Forschung über Sexualität und Gesundheit?“ ergänzt, mit Verweis auf die Studienlage zu Prostatakrebs; Verweise korrigiert.
- — Häufige Fragen überarbeitet.
- — Eintrag überarbeitet und verständlicher gefasst, mit Hinweis auf ärztliche Abklärung.
Quellen
- D. Harald Alke: Gesundheitslexikon. Ausführliche Darstellung gesundheitlich relevanter Themen und therapeutischer Methoden; gebündelte, sich überschneidende Erfahrungen aus rund 30 Jahren Lebensberatung mit Klientinnen und Klienten. Kyborg Institut.
- Eisenberg, T.; Madeo, F. u. a. (2009): Induction of autophagy by spermidine promotes longevity. Nature Cell Biology 11(11), 1305–1314.
- Kiechl, S. u. a. (2018): Higher spermidine intake is linked to lower mortality: a prospective population-based study. American Journal of Clinical Nutrition 108(2), 371–380. DOI 10.1093/ajcn/nqy102
- Schwarz, C. u. a. (2022): Effects of Spermidine Supplementation on Cognition and Biomarkers in Older Adults With Subjective Cognitive Decline: A Randomized Clinical Trial. JAMA Network Open.
- Senekowitsch, S. u. a. (2023): High-Dose Spermidine Supplementation Does Not Increase Spermidine Levels in Blood Plasma and Saliva of Healthy Adults. Nutrients 15(8), 1852. DOI 10.3390/nu15081852
- Medizin transparent (Cochrane Österreich, 2024): Spermidin: Anti-Aging-Effekt unklar.
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Von D. Harald Alke