Meditation auf einen Punkt – aus der Ruhe kommt die Kraft

Autor: D. Harald Alke

Standpunkt statt Lexikon. Eine Übungsanleitung von D. Harald Alke. Hintergrundwissen: Lexikon-Einträge Meditation, Autogenes Training und Kundalini.

Wir haben so viele gute Methoden zur Hand, dass wir sie manchmal vergessen. Gerade in einer Zeit der Reizüberflutung (Handy, TV, Massenmedien) klagen viele über innere Unruhe, Nervosität und schlechten Schlaf. Dabei genügt oft eine sehr einfache Übung. Schon 1932 griff Dr. J. H. Schultz die Methoden der Yogis auf und entwickelte daraus das Autogene Training; die zugrunde liegenden Techniken sind aus dem Yoga seit Jahrtausenden bekannt.

Warum schon das Schauen auf einen Punkt wirkt

Untersuchungen (u. a. von Dr. Motoyama in den 1970ern) zeigten: Schon wenn wir uns auf einen einzigen Punkt konzentrieren, fährt der Stoffwechsel herunter – der Energieverbrauch sinkt, wir kommen in einen Ruhezustand. Im Grunde kennt das jeder vom gedankenverlorenen „Löcher in die Luft starren”: Etwas in uns leitet dann von selbst einen Ruhezustand ein.

Die Übung – Schritt für Schritt

  1. Bequem hinsetzen (oder hinlegen), Hände entspannt auf Lehnen oder Oberschenkeln ablegen.
  2. Punktsehen: den Blick auf einen beliebigen Punkt fixieren (im Liegen z. B. an der Decke).
  3. Ruhig atmen: einatmen, die Luft ein paar Sekunden anhalten, gleichmäßig und tief ausatmen, wieder kurz innehalten. Schon nach wenigen Atemzügen werden die Atemzüge von selbst tiefer.
  4. Augen schließen und bewusst weiteratmen, dem eigenen Rhythmus nachgeben. Wer zuvor sehr unruhig war, schläft im Liegen vielleicht ein – dann genieße diese Ruhephase (eine gute Einschlafübung).
  5. Konzentration aufs „3. Auge”: die geschlossenen Augäpfel leicht nach innen und oben richten. Schultz nannte das die „vertiefte Ruhigstellung”.

Aus dieser Ruhe entsteht Konzentration. Wer im Sitzen übt, geht danach klarer an seine Arbeit; wer mag, entwickelt im entspannten Zustand bildhafte Vorstellungen und Lösungen für seine Aufgaben.

Was dahinter steht

Gelingt die Konzentration aufs 3. Auge, entsteht – in dieser weltanschaulichen Sicht – ein Zugang zum 1. Chakra und damit zur Kundalini, der kosmischen Quelle unserer Lebenskraft. Je mehr wir uns im Alltag verlieren, desto mehr werden wir von dieser Kraftquelle abgelenkt. Darum lohnt die regelmäßige Übung – sie ist einfach und wirkungsvoll.

Die modernen Massenmedien leben von Ablenkung und Angst. Wer aufmerksam ist, kann sich dem entziehen und wieder zu sich selbst finden. Aus der Ruhe kommt die Kraft. Oder, wie Horus es ausdrückte: „Das Universum lebt in euch – nicht ihr im Universum.”


Hinweis: Diese Anleitung gibt persönliche Erfahrung und eine weltanschauliche Sicht wieder und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Meditation auf einen Punkt?

Man fixiert den Blick auf einen beliebigen Punkt, atmet ruhig und tief mit kleinen Pausen zwischen Ein- und Ausatmen, schließt dann die Augen und richtet die Konzentration nach innen aufs „3. Auge“. Aus der Ruhe entsteht Konzentration und Kraft.

Wofür ist die Übung gut?

Sie hilft nach Erfahrung von D. Harald Alke gegen innere Unruhe und Reizüberflutung, fördert Konzentration, Schlaf und kreative Problemlösung. Das ist eine weltanschauliche/erfahrungsbezogene Sicht, kein medizinisches Heilversprechen.

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