Religion

Religion (von lat. religio, Rückbesinnung) bezeichnet die Suche des Menschen nach dem Sinn der eigenen Existenz. Der Begriff umfasst die unterschiedlichen Glaubens- und Deutungssysteme, mit denen Kulturen das Verhältnis des Einzelnen zum Leben, zum Tod und zu einer größeren Ordnung beschreiben.

Was ist Religion?

Religion bringt das Bedürfnis vieler Menschen zum Ausdruck, etwas über den Sinn des eigenen Daseins zu erfahren und unerwünschte Lebensumstände mit Sinn zu füllen. Religionssysteme entstehen in konkreten Epochen und Kulturkreisen und haben jeweils für ihre Zeit und ihren Raum ihren Wert. Sie sind damit weniger ein starres Regelwerk als der jeweilige Versuch einer Gemeinschaft, das Unverfügbare zu deuten.

Diese Sichtweise erlaubt es, religiöse Traditionen nebeneinander zu betrachten, ohne sie gegeneinander auszuspielen. Verwandte Vorstellungen wie Reinkarnation und Karma finden sich in mehreren Kulturkreisen wieder und zeigen, wie unterschiedlich dieselben Grundfragen beantwortet werden.

Fast jede Überlieferung kennt außerdem zwei Schichten ihrer eigenen Lehre: eine öffentlich zugängliche und eine, die für einen näher befassten Kreis bestimmt ist. Wie dieses Begriffspaar zustande kam und warum darin keine Rangordnung liegt, erklären die Einträge Esoterik und Exoterik.

Wie steht das Kyborg Institut zu Religion und Spiritualität?

Das Kyborg Institut begegnet Religion respektvoll und geerdet. Spiritualität wird hier als persönliche, erfahrbare Entwicklung verstanden, nicht als Unterwerfung unter ein Dogma. Angst und Schuld sind keine geeigneten Wege zu einem freien geistigen Leben, und es werden keine Heilsversprechen gemacht. Wie sich Spiritualität und Religion zueinander verhalten, behandelt der Eintrag Spiritualität.

Im Zentrum steht die eigene Rückbesinnung des Menschen auf das, was ihn trägt. Werte wie Nächstenliebe und Altruismus lassen sich dabei unabhängig von einer bestimmten Konfession leben. Die historische und kritische Auseinandersetzung mit religiösen Institutionen gehört ebenso dazu wie die Wertschätzung ihrer spirituellen Kerngedanken.

Was hat es mit Shankara auf sich?

Shankara bedeutet “heilbringend” und ist ein Beiname Shivas, des Zerstörers der Weltlichkeit. In dieser Bedeutung steht Shankara für den die Weisheit gewährenden Gott und den Lehrer aller Gurus. Der Name verweist zugleich auf einen bedeutenden indischen Yogalehrer.

Damit verbindet Shankara den göttlichen Aspekt mit der konkreten Lehrtradition: Er steht für die Überwindung der Anhaftung an das rein Weltliche und für die Weitergabe von Weisheit von Lehrer zu Schüler.

Macht Religion hilfsbereiter?

Die ehrliche Antwort lautet: manchmal, aber nicht automatisch. Religion kann Zusammenhalt und Hilfe stärken. Ob sie auch Fremden zugutekommt, hängt von der Lehre, vom Motiv und von der Situation ab (Atran & Ginges 2012).

Tobias O. R. Alke hat 2017 Religion als das „größte Spannungsfeld“ zum Altruismus beschrieben und ihr eine eher untergeordnete Rolle zugeschrieben. Die Nachprüfung zeigt: Mehrere damals angeführte Studien sagen etwas anderes, als die Arbeit annahm – so meint eine „Sündensteuer“ staatliche Steuern auf Tabak und Alkohol, und eine Studie über Vorurteile zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen war in einer Tabelle vertauscht wiedergegeben. Das vermerkt die Neuausgabe. Was trägt: Religion ist für das Helfen weder Garant noch Hindernis, sondern ein Einfluss unter mehreren.

D. Harald Alke hat dafür eine eigene Unterscheidung: Machtmissbrauch komme in jedem großen Apparat vor – „Es ist keine Frage der Religiösität.“ Und er warnt davor, eine Lehre an ihren Anhängern zu messen: „Messe Buddha nicht an den Buddhisten, messe Jesus nicht an den Christen“. Über die Sikhs, bei denen er lange lernte, schreibt er: „Es sind Menschen wie alle anderen auch.“

Standpunkte und Vertiefungen

Wer sich mit den geschichtlichen und religionskritischen Hintergründen befassen möchte, findet weiterführende Überlegungen in den Beiträgen rund um den Heiligen Gral sowie in der Auseinandersetzung mit Jesus von Qumran. Diese Standpunkte ordnen religiöse Überlieferungen historisch ein und laden zum eigenen Weiterdenken ein.

Literatur

Die folgende Literaturauswahl zum Themenkreis Religion und Orden stammt aus dem Gesundheitslexikon der Esoterik von D. Harald Alke und ist als Quellen im Frontmatter dieses Eintrags hinterlegt.

Häufige Fragen

Macht Religion Menschen hilfsbereiter?

Nicht automatisch. Studien finden bei religiösen Menschen teils mehr Hilfsbereitschaft, doch die Befunde sind umstritten, und ob die Hilfe auch Fremden gilt, hängt von Lehre, Motiv und Situation ab. Religion ist für das Helfen ein Einfluss unter mehreren – weder Garant noch Hindernis.

Was ist Religion?

Religion bezeichnet die rückbesinnende Suche des Menschen nach dem Sinn seiner Existenz. Sie umfasst die unterschiedlichen Glaubens- und Deutungssysteme, mit denen Kulturen Leben, Tod und das Verhältnis zum Größeren ordnen.

Wie steht das Kyborg Institut zu Religion und Spiritualität?

Das Kyborg Institut versteht Spiritualität als persönliche, erfahrbare Entwicklung und begegnet allen Religionen respektvoll. Es nutzt weder Angst noch Dogma als Hebel und gibt keine Heilsversprechen, sondern lädt zur eigenen Rückbesinnung ein.

Was hat es mit Shankara auf sich?

Shankara bedeutet "heilbringend" und ist ein Beiname Shivas, des Zerstörers der Weltlichkeit. Er gilt als der die Weisheit gewährende Gott und Lehrer aller Gurus und steht zugleich für einen bedeutenden indischen Yogalehrer.

Verwandte Standpunkte & Aktuelles

Änderungsverlauf · zuletzt aktualisiert am
  • — Verweis auf den Lexikon-Eintrag Altruismus ergänzt.
  • — Querverweis auf den neuen Eintrag „Spiritualität“ ergänzt.
  • — Abschnitt ergänzt: Macht Religion hilfsbereiter? – Forschungsstand, Vorurteile auf beiden Seiten, mit Quellen.
  • — Hinweis ergänzt, dass fast jede Überlieferung eine öffentliche und eine innere Schicht ihrer Lehre kennt – mit Verweis auf die Einträge „Esoterik“ und „Exoterik“.
  • — shankara zusammengeführt; Literaturliste als Quellen übernommen; GEO-überarbeitet.

Quellen

  • Asher Silbermann, Neil: Die Messias Macher. Gustav Lübbe 1995.
  • Baigent, Michael / Leigh, Richard: Verschlußsache Jesus. Droemer Knaur 1991.
  • Beltz, Walter: Gott und die Götter. Aufbau 1990.
  • Deschner, Karlheinz: Das Christentum im Urteil seiner Gegner. Max Hueber 1986.
  • Deschner, Karlheinz: Das Kreuz mit der Kirche. Econ 1994.
  • Drewermann, Eugen: Krieg ist eine Krankheit und keine Lösung.
  • Drewermann, Eugen: Reden gegen den Krieg.
  • Eliade, Mircea: Geschichte der religiösen Ideen. Herder 1991.
  • Evans-Wentz, W. Y.: Das Tibetanische Totenbuch. WV 1977.
  • Finkelstein, Norman: Die Holocaust-Industrie. Piper 2001.
  • Grabner, Sigrid: Mahatma Gandhi. Herder 1994.
  • Hutchison, Robert: Die heilige Mafia des Papstes. Droemer Knaur 1997.
  • König, B. Emil: Geschichte der Hexenprozesse. Fourier 1990.
  • Morgan Pryse, James: Reinkarnation im Neuen Testament. Ansata 1984.
  • Schick, Hans: Das Ältere Rosenkreuzertum. Nordland 1942.
  • Schuster, Georg: Geheime Gesellschaften, Verbindungen und Orden. Fourier 1995.
  • Schweitzer, Albert: Aus meinem Denken und Leben.
  • Thiering, Barbara: Jesus von Qumran. Gütersloher Verlagshaus 1993.
  • von Paczensky, Gert: Verbrechen im Namen Christi. Orbis 1991.
  • Yallop, David: Im Namen Gottes. Knaur 1988.
  • Scott Atran & Jeremy Ginges: Religious and sacred imperatives in human conflict. In: Science 336 (2012), 855–857. doi.org/10.1126/science.1216902
  • Azim F. Shariff, Aiyana K. Willard, Teresa Andersen & Ara Norenzayan: Religious priming: A meta-analysis with a focus on prosociality. In: Personality and Social Psychology Review 20 (2016), 27–48. doi.org/10.1177/1088868314568811
  • Cristina M. Gomes & Michael E. McCullough: The effects of implicit religious primes on dictator game allocations: A preregistered replication experiment. In: Journal of Experimental Psychology: General 144 (2015), e94–e104. doi.org/10.1037/xge0000027
  • Jesse Lee Preston & Ryan S. Ritter: Different effects of religion and God on prosociality with the ingroup and outgroup. In: Personality and Social Psychology Bulletin 39 (2013), 1471–1483. doi.org/10.1177/0146167213499937
  • Jim A. C. Everett, Omar Sultan Haque & David G. Rand: How good is the Samaritan, and why? In: Social Psychological and Personality Science 7 (2016), 248–255. doi.org/10.1177/1948550616632577
  • Nathaniel G. Wade, William T. Hoyt, Julia E. M. Kidwell & Everett L. Worthington: Efficacy of psychotherapeutic interventions to promote forgiveness: A meta-analysis. In: Journal of Consulting and Clinical Psychology 82 (2014), 154–170. doi.org/10.1037/a0035268
  • Vassilis Saroglou, Vincent Yzerbyt & Cécile Kaschten: Meta-stereotypes of groups with opposite religious views: Believers and non-believers. In: Journal of Community & Applied Social Psychology 21 (2011), 484–498. doi.org/10.1002/casp.1123
  • Will M. Gervais u. a.: Global evidence of extreme intuitive moral prejudice against atheists. In: Nature Human Behaviour 1 (2017), 0151. doi.org/10.1038/s41562-017-0151
  • Tobias O. R. Alke: Ausgewählte Perspektiven des Altruismus. Kyborg Institut und Verlag, 2017. ISBN 978-3-96104-027-8.
  • D. Harald Alke: Lexikon; Energie für Millionen; Energytraining Band 1. Kyborg Institut & Verlag.

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Von D. Harald Alke

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