Pranayama: Atmung ist Leben!

Autor: D. Harald Alke

Standpunkt statt Lexikon. Ein Essay von D. Harald Alke (Auszug aus „Die Stufen des Pranayama”). Hintergrundwissen: Lexikon-Eintrag Pranayama.

„Bevor Du die Aufgabe meistern kannst, Dein ganzes Leben bewußt zu gestalten, lerne erst einmal richtig zu atmen!”

Was bedeutet die Atmung für unser Leben?

Die Atmung ist für unser Leben von elementarer Bedeutung. Sie setzt die Energie frei, die wir brauchen, um unseren Körper zu erhalten, und schafft die Verbindung zwischen der körperlichen und der geistigen Ebene. Bei unserer Lebensenergie handelt es sich letztlich um Sonnenenergie: In Jahrmilliarden haben die Lebewesen einen Weg gefunden, das Sonnenlicht zu assimilieren. Die Pflanzen bauen mit Hilfe des Chlorophylls Kohlenhydrate auf; wir atmen den Sauerstoff, den sie abgeben, und nehmen über die Nahrung die gespeicherte Sonnenenergie auf.

Mit dem Ende der Atmung erlischt das „Lebenslicht”. Wie passend ist diese Symbolik: Auch die Kerze funktioniert durch einen Verbrennungsprozess – einmal angezündet, spendet sie Licht, solange frische Luft und Brennstoff da sind. Nicht anders ist es mit unserem Leben.

Wie beginnt Leben? Der Gaia-Funke

Sobald ein geistiger Impuls eine reife Samenzelle erfasst, beginnt unser Leben. Die Eizelle enthält nach dieser Vorstellung bereits den Impuls des Lebens, die Gaia-Intelligenz, die seit Anbeginn nicht abgerissen ist. Der Geist, der sich inkarniert, und der Funke des Gaia-Bewusstseins vereinigen sich. (Eine ausführliche Darstellung findet sich in meinem Buch „Energie für Millionen”.)

Was ist Prana?

Zusammen mit der Atemluft nehmen wir Prana auf – nach dieser Lehre freie Energiepartikel, die mit dem Sonnenwind zur Erde gelangen und an der Nasenwurzel in den Energiekörper aufgenommen werden. Aus Prana bauen wir, so die Vorstellung, unseren Astralkörper auf. Wer ständig in düsteren Räumen lebt, zieht das nötige Prana eher aus der Nahrung – oder fühlt sich kraftlos „wie eine Pflanze ohne Sonnenlicht”. Ein Teil des Prana wird im Lebensprozess verbraucht und als Apana wieder ausgeatmet. Das ist eine spirituelle, weltanschauliche Sicht – kein physikalisch nachgewiesenes Maß.

Prana sehen lernen

Prana können wir nach dieser Übung wahrnehmen lernen: Wenn die Sonne scheint, wirf einen entspannten Blick in den blauen Himmel (nicht in die Sonne). Konzentriere dich auf nichts und fixiere einen Bereich vor dir, so als flöge in 50 m Höhe ein Vogel vorbei. In diesem entspannten Zustand entdeckt man schnell winzige, gleißende Lichtpunkte, die umherhüpfen wie Wasserflöhe. Hat man einmal verstanden, was gemeint ist, sieht man sie überall – nur die Dichte ist verschieden.

Warum Betonburgen und Smog uns schwächen

In dichtem Smog ist nach diesem Bild kaum noch Prana vorhanden – ein Grund, warum viele Menschen bei Smog so erschöpft sind. Auch ständiger Aufenthalt unter Leuchtstoffröhren wird in dieser Sicht als energetisch zehrend erlebt. In dem Maße, wie wir aus der Natur in Betonburgen umgezogen sind, haben wir den Bezug zu den natürlichen Kräften verloren. Das ist ein ganzheitliches Weltbild, keine medizinische Aussage – aber es lädt ein, der eigenen Umgebung und Atmung mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Bewusst atmen

Der Bezug zu den natürlichen Kräften lässt sich verbessern, wenn wir die natürlichen Prozesse unseres Lebens bewusst beobachten. Wir können lernen, ganz bewusst zu atmen, und uns selbst aufmerksamer wahrnehmen. Bereits ein einziger, ganz bewusster, tiefer Atemzug kann neue Kraft geben.

Atmung ist unumgänglich. Sie ist Not-wendig, das heißt: sie wendet Not ab. Atmung ist Leben!

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch „Die Stufen des Pranayama – Das Geheimnis von Atmung und Konzentration”.

Häufige Fragen

Was ist Prana?

In der Yoga-Tradition feine Energiepartikel, die mit dem Sonnenwind zur Erde gelangen und über die Atmung aufgenommen werden. Das ist eine spirituelle, weltanschauliche Vorstellung – kein physikalisch nachgewiesenes Maß.

Kann man Prana sehen?

D. Harald Alke beschreibt eine Übung, bei der man im entspannten Blick in den blauen Himmel winzige, umherhüpfende Lichtpunkte wahrnimmt. Das ist eine subjektive Wahrnehmungsübung.

Was bedeutet „Atmung ist Leben“?

Dass bewusste Atmung Körper und Geist verbindet und uns Energie sowie Klarheit gibt. Schon ein bewusster, tiefer Atemzug kann neue Kraft geben.

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