Telepathie
Telepathie bezeichnet einen unmittelbaren geistigen Austausch zwischen Lebewesen, ohne Sprache, Mimik oder technische Hilfsmittel. Am Kyborg Institut nennen wir es „Empfindungs-Übertragung“: Meist unbewusst werden die Gefühle oder Stimmungen eines anderen wahrgenommen, manchmal auch einzelne, klare Gedanken oder Bilder – zwischen Menschen und, nach unserer Sicht, auch mit Tieren. Das ist ausdrücklich eine persönliche, weltanschauliche Sichtweise, kein wissenschaftlich bewiesener Befund.
Was versteht das Kyborg Institut unter Telepathie?
Das Wort verbindet griechisch tēle („fern“) und páthos („Empfindung“); geprägt wurde es 1882 in England, in den Anfängen der psychischen Forschung. In den Werken von D. Harald Alke steht dafür die deutsche Umschreibung Empfindungs-Übertragung – und die Betonung liegt auf Empfindung: Nicht das gezielte „Gedankenlesen“ ist gemeint, sondern das feine, meist unbemerkte Mitschwingen mit der Stimmung anderer.
Wir beschreiben das als Resonanz: Verbindungen entstehen nach unserer Erfahrung am ehesten zwischen Menschen, die „auf einer Wellenlänge“ sind – mit ähnlicher Einstellung und ähnlicher Denkweise. Tobias Alke hat diesen Gedanken in seiner Arbeit über die frühe Entwicklung des Kindes als „bisher kaum erfasste Möglichkeit der Kommunikation“ beschrieben – bewusst vorsichtig, als Möglichkeit.
Wie zeigt sich Telepathie im Alltag?
Vieles davon erleben wir, ohne es so zu nennen:
- Im Team: Nach unserer Erfahrung ist in jeder Abteilung jeder – zumindest unbewusst – über die Stimmungslage der anderen im Bilde und spürt, was andere über ihn denken. In Mental Basics heißt es dazu schlicht: „Wir ‚spüren‘ doch, woran wir mit anderen Menschen sind.“ Ist die Leitung unklar, wird es das Team oft auch; weiß sie, was sie will, entsteht eine klare Linie.
- In der Familie: Auch auf Distanz, etwa im Urlaub, bleiben enge Bezugspersonen nach unserer Sicht miteinander verbunden – „nur unsere Aufmerksamkeit richtet sich zeitweilig auf andere Dinge“.
- Eine Anekdote aus den Lebenserinnerungen: Im Sommer 1978 sah D. Harald Alke plötzlich ein Bild seines kleinen Sohnes, „vermutlich telepathisch übermittelt“ – und fand ihn tatsächlich oben auf einer viereinhalb Meter hohen Leiter, auf die er – rund 150 Meter durch hohes Gras gerobbt – bis zur dritten Sprosse von oben geklettert war. Er grinste und quietschte vor Begeisterung; der Vater war es weniger. Der Kleine versuchte es danach noch dreimal. Der Schluss der Geschichte ist so trocken wie lehrreich: „Schließlich legte ich die Leiter flach.“
Daraus stammt ein Satz, der am Institut oft zitiert wird: „Achte auf Deinen Umgang, denn mit ihm teilst Du Atemluft und Gedanken!“
Wie kam das Kyborg Institut zu diesem Thema?
Ab 1975 erlebte D. Harald Alke nach eigener Schilderung vermehrt Dinge, die sich mit dem Schulwissen nicht erklären ließen – Visionen, Klarträume, telepathische Erlebnisse. Als er im Januar 1976 mit Kundalini Yoga begann, war es „das erste Phänomen“, das ihm begegnete: „Telepathie, bzw. Empathie, die Wahrnehmung von Empfindungen anderer Menschen.“ Die Intuition stieg an, und er wusste oft schon im Ansatz, was andere ihm erzählen wollten – „und ich hatte wirklich viel zu lachen!“
Wie unterscheidet sich Telepathie von Empathie, Intuition und Channeling?
- Empathie ist das Einfühlen in einen anderen Menschen, meist über Mimik, Stimme und Situation vermittelt. Wir halten es für möglich, dass Empathie eine Vorstufe der Telepathie ist – und sagen ehrlich dazu, dass das „(noch) nicht“ verstanden ist.
- Intuition ist das unmittelbare innere Wissen. In der eigenen Erfahrung gingen Intuition und Telepathie fließend ineinander über.
- Channeling ist der weitere Begriff: Es umfasst innere Bilder, gehörte Botschaften und automatisches Schreiben – telepathisch empfangene Botschaften sind darin ein Kanal unter mehreren.
- Als gedankliches Modell für einen Austausch, der sich nicht durch Raum und Materie aufhalten lässt, verwenden wir den Begriff der Akasha – als eigenes Weltbild, nicht als physikalische Erklärung.
Kann man Telepathie üben – und sollte man es wollen?
Feinere Wahrnehmung kann bei regelmäßiger Praxis von Meditation, Atemarbeit und Mentaltraining auftreten. Wir legen Wert auf die Reihenfolge: Solche Erfahrungen sind eine Begleiterscheinung, nicht das Ziel. In Die Ethik des Neuen Menschen heißt es: „Wer in der Lage ist, seinen Alltag zu meistern, der kann auch seine innere Welt erforschen, ohne zu entgleisen, oder sich in irgendwelche Visionen zu verrennen.“ Der Auftrag dahinter passt in fünf Wörter: „Sei hier und sei bewußt!“
Ebenso klar ist die Grenze: Auf das Innere eines anderen Menschen gezielt Einfluss zu nehmen, halten wir für unzulässig. Feine Wahrnehmung ist ein Werkzeug der Verständigung, nicht der Steuerung.
Eine Übung aus Mental Basics – die gemeinsame Atempause:
- Vor einer gemeinsamen Arbeit setzen sich alle Beteiligten ruhig hin.
- Alle atmen einige Minuten gemeinsam und im selben Rhythmus – eine synchrone Atempause aus dem Pranayama: ruhig ein, ruhig aus, ohne Anstrengung.
- Danach eine kurze gemeinsame Konzentrationsübung, etwa eine Minute Stille mit der Aufmerksamkeit bei der gemeinsamen Aufgabe.
- Erst dann beginnt das Gespräch.
Wer möchte, ergänzt das durch regelmäßiges Autogenes Training. Die Übung dient der Einstimmung aufeinander – wer sie ausprobiert, merkt oft, wie viel ruhiger und klarer eine Besprechung wird.
Was sagt die Wissenschaft zur Telepathie?
Hier gehört Ehrlichkeit in beide Richtungen dazu:
- Es gab ernsthafte Versuchsreihen. In den 1930er-Jahren ließ J. B. Rhine an der Duke University Kartensymbole über Distanz erraten; C. G. Jung hat diese Versuche ausführlich referiert und für bedeutsam gehalten. Tobias Alke greift das in seiner Arbeit über den emotionalen Grundstein des Kindes auf – als Möglichkeit, nicht als Beleg.
- Die Ergebnisse sind umstritten. Kritiker bemängelten Versuchsaufbau und Auswertung, und die Befunde ließen sich nicht verlässlich wiederholen. Ein US-Regierungsprogramm zur „Fernwahrnehmung“ („Stargate“) wurde 1995 unabhängig bewertet: Die Statistikerin Jessica Utts sah statistische Effekte, der Psychologe Ray Hyman hielt sie für nicht ausreichend belegt – ein operativer Nutzen fand sich nicht, das Programm wurde eingestellt.
- Stand heute: Ein wiederholbarer, allgemein anerkannter Nachweis der Telepathie liegt nicht vor.
Unsere Haltung dazu ist gelassen: Wir teilen die Erfahrung vieler Menschen über Kulturen hinweg, dass es ein wortloses Verstehen gibt, und vertreten das als unsere Sicht. Wir geben sie nicht als bewiesene Tatsache aus – und wir werten diejenigen nicht ab, die es anders sehen.
Was heißt das praktisch?
- Auf die feinen, unausgesprochenen Signale im Miteinander achten.
- Die eigene Wahrnehmung durch Ruhe, Atem und Sammlung schulen – ohne daraus ein Ziel zu machen.
- Eindrücke offen, aber unaufdringlich abgleichen, statt vorschnell zu deuten.
- Beim eigenen Umgang bedenken: Stimmungen übertragen sich – auch die eigenen.
Hinweis: Dieser Eintrag gibt eine persönliche, weltanschauliche Sichtweise wieder. Er trifft keine wissenschaftlichen Tatsachenbehauptungen.
Häufige Fragen
Was ist Telepathie?
Das Wort verbindet griechisch tēle (fern) und páthos (Empfindung). Am Kyborg Institut sprechen wir von „Empfindungs-Übertragung“: einem meist unbewussten Austausch, bei dem Gefühle oder Stimmungen eines anderen wahrgenommen werden, manchmal auch einzelne klare Gedanken oder Bilder – zwischen Menschen und nach unserer Sicht auch mit Tieren. Das ist eine persönliche, weltanschauliche Sichtweise.
Ist Telepathie dasselbe wie Gedankenlesen?
Nein. Nach unserem Verständnis werden meist Stimmungen und Gefühle wahrgenommen, nur selten klare Gedanken oder Bilder. „Gedankenlesen“ im Sinne eines gezielten Zugriffs auf das Innere eines anderen Menschen ist nicht gemeint – und wäre für uns auch keine erstrebenswerte Fähigkeit.
Kann man Telepathie trainieren?
Feinere Wahrnehmung kann bei regelmäßiger Meditations- und Atempraxis auftreten. Wir sehen solche Erfahrungen aber als Begleiterscheinung, nicht als Ziel: Zuerst gehört der Alltag in Ordnung gebracht – wer ihn meistert, kann auch seine innere Welt erforschen, ohne sich zu verrennen.
Was ist der Unterschied zwischen Empathie und Telepathie?
Empathie ist das Einfühlen in einen anderen Menschen, oft vermittelt über Mimik, Stimme und Situation. Telepathie meint eine Wahrnehmung ohne solche Hilfsmittel. Wir halten es für möglich, dass Empathie eine Vorstufe davon ist – verstanden ist das aber noch nicht.
Gibt es Telepathie auch mit Tieren?
Aus unserer Sicht ja. Viele Menschen, die mit Tieren leben, beschreiben ein wortloses Verstehen. Wir führen das ausdrücklich als persönliche Sicht, nicht als belegte Tatsache.
Ist Telepathie wissenschaftlich bewiesen?
Nein. Es gab und gibt Versuchsreihen – von den Kartenversuchen J. B. Rhines in den 1930er-Jahren bis zu einem US-Regierungsprogramm zur „Fernwahrnehmung“ –, deren Deutung umstritten ist. Ein wiederholbarer, allgemein anerkannter Nachweis liegt nicht vor. Wir vertreten unsere Sicht als Erfahrung, nicht als Beweis.
Änderungsverlauf · zuletzt aktualisiert am
- — Hinweise gekürzt.
- — Eintrag deutlich erweitert: eigene Definition als „Empfindungs-Übertragung“ (auch mit Tieren), Herkunft des Begriffs und der Institutssicht, Beispiele aus Team und Familie, Abgrenzung zu Empathie, Intuition und Channeling, eine Übung aus dem eigenen Werk und die Forschungslage für und wider.
- — Eintrag überarbeitet und allgemeinverständlich gefasst: Definition als Einstieg, Deutung ausdrücklich als persönliche, weltanschauliche Sicht gekennzeichnet.
Quellen
- D. Harald Alke: Energytraining Band 2 (Chakratraining). Kyborg Institut & Verlag – Abschnitt „Begriffs-Definitionen“ (Telepathie als Empfindungs-Übertragung).
- D. Harald Alke: Gesundheitslexikon. Ausführliche Darstellung gesundheitlich relevanter Themen und therapeutischer Methoden; gebündelte, sich überschneidende Erfahrungen aus rund 30 Jahren Lebensberatung mit Klientinnen und Klienten. Kyborg Institut.
- D. Harald Alke: Mental Basics – Konzept für den Weg zum Erfolg. Kyborg Institut & Verlag – zu Teamarbeit, gemeinsamer Atempause und Autogenem Training.
- D. Harald Alke: Die Ethik des Neuen Menschen. Ethik, Moral, Glaube und Verantwortung. Kyborg Institut und Verlag, 1993 (4. Auflage 2016). ISBN 978-3-924722-04-3.
- D. Harald Alke: Mahatma – Die große Seele der Natur (Lebenserinnerungen). Kyborg Institut & Verlag.
- Alke, Tobias O. R. (2016): Der emotionale Grundstein des Kindes. Pränatale Sozialisation – Biologische Umwelt – Individuelle Chronik. Flörsheim-Dalsheim: Kyborg Institut & Verlag – zu Telepathie und Empathie; referiert dort C. G. Jung zu den Versuchen J. B. Rhines.
- Mumford, M. D.; Rose, A. M.; Goslin, D. A. (1995): An Evaluation of Remote Viewing: Research and Applications. American Institutes for Research (Bewertung des US-Programms „Stargate“ mit Gutachten von Jessica Utts und Ray Hyman).
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