Reziprozität
Reziprozität heißt schlicht: Geben und Nehmen – gegenseitige Zuwendung. Am Kyborg Institut verstehen wir sie als das Wechselspiel, das aus einzelnen guten Taten ein tragendes Miteinander macht.
Was ist Reziprozität?
Wer etwas gibt, löst oft etwas aus: Der andere gibt zurück – nicht unbedingt sofort und nicht unbedingt dasselbe, aber im Lauf der Zeit. So entsteht ein Kreislauf aus Vertrauen und Hilfe. Im Fachbuch über Nächstenliebe und Altruismus hebt Tobias Alke diesen Gedanken hervor – besonders im Anschluss an den Soziologen Marcel Mauss, der das Geben als etwas beschrieb, das den sozialen Zusammenhalt stiftet.
Kein kühles Tauschgeschäft
Reziprozität ist nicht das genaue Aufrechnen von Leistung und Gegenleistung. Wer nur gibt, um exakt dasselbe zurückzubekommen, betreibt ein Geschäft – keine Zuwendung. Gemeint ist ein Fluss aus Großzügigkeit und Vertrauen, der nicht mit spitzem Bleistift gerechnet wird.
Reziprozität stärkt Gemeinschaft
In der Gemeinschaft, die uns stärkt wird dieser Kreislauf konkret: Wer gibt, stärkt das Umfeld, von dem er selbst getragen wird. So ist Nächstenliebe keine Einbahnstraße, sondern ein Geben und Nehmen, in dem alle Beteiligten stabiler werden.
Was heißt das praktisch?
- Geben, ohne aufzurechnen – im Vertrauen auf den größeren Kreislauf.
- Auch annehmen können: Nehmen gehört genauso dazu wie Geben.
- Beziehungen als gegenseitiges Tragen verstehen, nicht als Tausch.
Häufige Fragen
Was bedeutet Reziprozität – einfach erklärt?
Reziprozität ist das Wechselspiel von Geben und Nehmen: Ich gebe etwas, du gibst etwas zurück. So entsteht ein Kreislauf gegenseitiger Zuwendung, der Beziehungen und Gemeinschaft stärkt.
Ist Reziprozität ein kühles Tauschgeschäft?
Nein. Gemeint ist nicht das genaue Aufrechnen von Leistung und Gegenleistung, sondern ein Fluss aus Vertrauen und Zuwendung. Der Soziologe Marcel Mauss beschrieb das Geben als etwas, das den sozialen Zusammenhalt stiftet.
Was hat Reziprozität mit Nächstenliebe zu tun?
Wer gibt, stärkt das Umfeld, von dem er selbst getragen wird. Fürsorge ist keine Einbahnstraße, sondern ein Kreislauf, in dem alle Beteiligten stabiler werden.
Änderungsverlauf · zuletzt aktualisiert am
- — Neuer Begriffseintrag „Reziprozität” angelegt, gestützt auf das Altruismus-Fachbuch von Tobias Alke (u. a. Marcel Mauss).
Quellen
- Tobias O. R. Alke: Ausgewählte Perspektiven des Altruismus. Eine interdisziplinäre Anregung der Soziologie und ihr Gewicht im Altruismusdiskurs von 1990 bis 2013 im Überblick. Kyborg Institut & Verlag, 2017. ISBN 978-3-96104-027-8.
Autor: Tobias O. R. Alke