Also doch keine Chemtrails …
Autor: D. Harald Alke
Standpunkt statt Lexikon. Ein Kommentar von D. Harald Alke gegen eine verbreitete Verschwörungserzählung. Hintergrundwissen: Lexikon-Eintrag Angst.
In den vergangenen Jahren hörte man in der Öko-alternativ-esoterischen Szene immer wieder Horrorberichte über „zunehmende Chemtrails” – Linienflugzeuge würden neben Wasser und Abgasen Chemikalien ausbringen, um die Menschen zu vergiften.
Warum ich das stets abgelehnt habe
Ich habe dem stets entgegengehalten, dass es zwar in der US-Militärgeschichte solche Versuche gegeben hat, sie aber bereits in den 1960er Jahren eingestellt wurden, weil diese Art nicht effektiv genug war (nachzulesen u. a. in den Jahrbüchern von Hans Magnus Enzensberger). Auch wenn ich mit meiner Wahrnehmung hineingehe, entdecke ich keine konkrete Bedrohung. Es ist aus meiner Sicht primär Angstmache – und Angst hindert uns am klaren Denken und an der Meditation für eine bessere Welt.
Was die Meteorologie erklärt
Vor Kurzem lief im TV ein aufschlussreicher Bericht über meteorologische Forschung – ganz ohne „Chemtrails”, dafür mit echten Experimenten. Kurz gefasst: Wasser kondensiert in großer Höhe (ab ca. 10.000 m) nur, wenn Kondensationskerne – Staubpartikel – vorhanden sind. Der Flugverkehr in dieser Höhe hat sich in zehn Jahren fast verdreifacht; die Triebwerke stoßen viel Feinstaub und Wasser aus. Dadurch enthält die Zone von 10–14 km Höhe mehr Staub und Wasser, das Wasser kondensiert leichter und bildet erst Streifen, später Wolken. Mit weltweiten klimatischen Verschiebungen ist allein deshalb zu rechnen – der Massenflugverkehr hat also größeren Einfluss aufs Wetter, als man auf den ersten Blick denkt.
Sachlich prüfen statt Angst verbreiten
Ich empfehle, die eigene innere Stabilität zu fördern – etwa durch regelmäßiges Pranayama – und neue Horror-Stories ruhig und aus dem Bauch heraus auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Solche haltlosen Geschichten sollten aufmerksame Menschen nicht weiterverbreiten: Sie erzeugen viel negative mentale Energie und schmälern unsere Chancen auf ein gutes Leben in Frieden.
Nachdem die Welt 2012 nicht untergegangen ist, haben es die Weltuntergangs-Aktivisten ohnehin schwer. Ich meine: Wir haben gute Aussichten auf eine goldene Zukunft.
Es gibt nichts Gutes – außer man tut es!
Häufige Fragen
Was sagt das Kyborg Institut zu Chemtrails?
D. Harald Alke hat die Chemtrails-Erzählung stets abgelehnt: Aus seiner Sicht ist sie vor allem Angstmache. Die Streifen am Himmel erklärt die Meteorologie über Kondensation am Feinstaub des stark gewachsenen Flugverkehrs.
Wie geht man mit solchen Horror-Stories um?
Innere Stabilität fördern – etwa durch regelmäßiges Pranayama – und neue Geschichten ruhig auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen, statt Angst ungeprüft weiterzutragen.